Werbung

Schulterschluss

  • Olaf Standke
  • Lesedauer: 1 Min.
Guido Westerwelle hat in Washington den Schulterschluss mit seiner Amtskollegin Hillary Clinton geübt. Beim zweiten USA-Besuch des Bundesaußenministers binnen weniger Tage war demonstrative Einigkeit angesagt. Artiger Dank hier für die Unterstützung des großen Bruders bei der deutschen Wiedervereinigung, Bauchpinseln da für den »wichtigsten transatlantischen Verbündeten« der Supermacht. Den will man auch im Boot haben, wenn es in den nächsten Wochen um die Feinarbeiten am neuen strategischen Konzept der NATO geht, das auf dem November-Gipfel in Lissabon verabschiedet werden soll. Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat gerade den Entwurf vorgelegt, Mitte Oktober befassen sich die Außen- und Verteidigungsminister der 28 Mitgliedstaaten mit dem Papier. Im NATO-Hauptquartier wurde die Stoßrichtung der Debatte schon vorgegeben: Es werde wesentlich mehr Übereinstimmung als Streit geben. So lobte Westerwelle denn auch den Entwurf und von kritischem Nachfragen war jetzt in Washington nichts zu hören.

Dabei gäbe es viel zu sagen – zur geplanten Ausweitung der Interventionsfähigkeit dieses Verteidigungsbündnisses etwa, zu dem von den USA vorangetriebenen Raketenabwehrsystem, das mit Russlands Sicherheitsinteressen kollidiert. Oder vor allem auch zu den Atomwaffen der Allianz und dabei jenen US-amerikanischen Sprengköpfen aus kalten Kriegszeiten, die nach wie vor auf deutschem Boden auf ihren Einsatz warten.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.