- Kommentare
- Meine Sicht
Rückfall
Bernd Kammer will zur S-Bahn nicht beten müssen
Ob VBB-Chef Hans-Werner Franz ein gläubiger Mensch ist, ist nicht bekannt, aber in punkto S-Bahn vertraut er offenbar nur noch höheren Mächten. »Vielleicht hilft es ja, zu Petrus zu beten«, sagte er angesichts der offenbar nicht ausreichenden Wintervorbereitungen des Unternehmens. Die jüngsten Entwicklungen sind jedenfalls nicht gerade ermutigend, was die Fähigkeiten der S-Bahn betrifft, ein neuerliches Winterchaos zu vermeiden, geschweige denn, zum geregelten Betrieb zurückzukehren.
Dass nicht ausreichend Bahnen zur Verfügung stehen, weil sie häufiger gewartet werden müssen und die Industrie nicht mit der Lieferung festerer Räder und Achsen hinterherkommt, mag der geduldige Fahrgast vielleicht noch verstehen. Aber dass die Bahn- und S-Bahn-Manager jetzt wieder auf Tauchstation gehen und die Öffentlichkeit nicht informieren, wie es weitergehen soll, ist ein Unding. Kein Wort der Erklärung oder gar der Entschuldigung, dass die versprochenen »Hochfahrstufen« nicht eingehalten werden können.
Die im vergangenen Jahr installierte neue S-Bahn-Führung schien mit dem Ausbau der Werkstattkapazitäten und dem Zugehen auf ihre Kunden auf dem richtigen Weg, der Krise des Unternehmens beizukommen. Mit der jetzt gezeigten Verweigerungshaltung selbst gegenüber dem Abgeordnetenhaus droht ein Rückfall in jene Situation, die die Krise erzeugt hat. Keine guten Aussichten für den Winter.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.