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Wehret den Paketen!
Die EU ist aufgeschreckt – Paketbomben wohin man blickt! Überall Sprengfallen, in Laserdruckern, im Kanzleramt, sogar für Europol waren schon welche gebastelt. Gestern trafen sich in Brüssel allerlei zumeist ministerielle Experten, um herauszufinden, wie man Lücken im globalen (Luft-)Frachtsystem schließen kann. Am Montag wollen die EU-Innenminister das beim Mittagessen zum Tischthema machen, im Dezember sind die Verkehrsminister gefragt und auch die Regierungschefs haben das Thema auf ihrer Agenda. Denn: Politik heißt führen!
Oder doch eher verführen? An Vorschlägen für einen sicheren Frachtverkehr mangelt es ja wirklich nicht. Hinz und Kunz und auch Frau Merkel haben sich in den vergangenen Tagen als recht ideenreich erwiesen. Gerade dann, wenn sie mal fix physikalische, chemische oder biologische Grundlagen aufhoben. Auch wenn es nicht viel nützt, demnächst wird noch mehr durchleuchtet und durchschnüffelt. Am besten von Detektoren, die es gar nicht gibt und in absehbarer Zeit nicht geben wird.
Realisten wollen zumindest das Mögliche erreichen. Sie raten dazu, in Passagierflugzeugen keine Fracht mehr zu befördern. Lasst uns Schwarze Listen aufstellen von Ländern, aus denen wir keine Luftfracht mehr befördern, sagen die Briten. Afghanistan, Pakistan, Jemen... – Griechenland? So wird das auch nichts. Und was, wenn ganz heimtückische Terroristen ihre Kanzler-Knallkörper in einem Postshop bei Kühlungsborn aufgeben? Sicherheit ist wichtig, zumal dann, wenn man in der Fremde Kriege führt. Doch geschehe alles mit Verstand und bitte ohne schon wieder Forderungen zu erfüllen, die die USA noch gar nicht erhoben haben.
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