Günstiger Tarifvertrag muss weiter gelten
Betriebsübergang
Damit bekamen klagende Arbeitnehmer Recht. Diese waren ursprünglich als Reinigungskräfte bei einer Stadt angestellt gewesen. Nach ihrem Arbeitsvertrag galt, dass der Bundesmanteltarifvertrag für Arbeiter gemeindlicher Verwaltung und Betriebe anzuwenden ist. Als die Stadt den Reinigungsbereich an ein privates Unternehmen verkaufte, wollte der neue Eigentümer die Reinigungskräfte nach dem Tarifvertrag für das Gebäudereinigerhandwerk entlohnen. Mit dem Betriebsübergang habe auch ein Branchenwechsel stattgefunden, so dass der öffentliche Tarifvertrag nicht anzuwenden sei, hieß es.
Das BAG entschied jedoch, dass der günstigere Tarifvertrag gelten müsse. Denn das Tarifvertragsgesetz lege das sogenannte Günstigkeitsprinzip fest. Die einzelvertraglichen Absprachen im Arbeitsvertrag würden von den neuen tariflichen Regelungen nach dem Branchenwechsel nicht verdrängt.
Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 17. November 2010, Az. 4 AZR 391/09
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.