Frieden schaffen mit Disko-Waffen

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Verflixt noch mal – Kriegführen ist auch nicht mehr das, was es mal war. Einst nahm Kain einen Stein, schon war Abel hin. Dann ersetzte man den Stein durch Speere und hatte die erste Abstandswaffe erfunden, die durch die Armbrust zum Hightech-Mordinstrument des Mittelalters wurde. Es folgten donnernde Musketen, aus denen irgendwann das tolle deutsche Sturmgewehr G 36 entwickelt wurde. Doch das taugt nichts. Jedenfalls dann, wenn sich in Afghanistan so ein böser Taliban hinter der Lehnwand seiner Hütte versteckt. Dann ist die Automatik-Flinte nutzlos. Weshalb man das ausgemusterte G 3 wieder aus Magazinen holte.

Aber was macht das für einen Eindruck – killen mit Museumsschrott?! Zumal daran kaum etwas zu verdienen ist. Deshalb lässt die Bundeswehr erforschen, wie man sich den Gegner, also Leute, die unsere Soldaten in ihrem Land nicht mögen, anders vom Halse halten kann.

Ein Experte des Fraunhofer Instituts für Chemische Technologie (ICT) in Pfinztal muss irgendwann einmal beobachtet haben, wie benommen Disko-Gänger heimwärts wanken. Das Projekt »Auf sie mit Gebrüll«, über das derzeit bei einer Fachtagung in Ettlingen debattiert wird, war geboren. Der Frequenzgenerator der neuen Akustik-Waffe schafft rund 680 Hertz und feuert bis zu 130 Dezibel gegen den Feind. Was doppelt so laut ist wie ein nachbrennender Kampfjet. Da bleibt kein Trommelfell heil und auch die anderen körperlichen Wirkungen sind – wie der Einsatz solcher Waffen durch die US-Streitkräfte zeigt – anhaltend. Aber nicht tödlich. So werden Kriege doch gleich viel kuschliger, oder? René Heilig

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