Spanien nun mit Bremse für Schulden

Votum von Sozialisten und Konservativen

  • Lesedauer: 1 Min.

Madrid (dpa/ND). Das Euro-Sorgenland Spanien folgt dem deutschen Beispiel und nimmt eine Schuldenbremse in seine Verfassung auf. Dies sieht eine Reform des Grundgesetzes vor, die das Madrider Parlament am Freitag mit großer Mehrheit billigte. Von den insgesamt 350 Abgeordneten stimmten 316 Parlamentarier der regierenden Sozialisten (PSOE) und der konservativen Volkspartei (PP) für die Verfassungsreform. Fünf Abgeordnete, darunter zwei Sozialisten, votierten dagegen. PSOE und PP wollen mit der Reform dazu beitragen, die Finanzmärkte zu beruhigen und die Schuldenkrise zu überwinden. Sie scheiterten mit ihrem Vorhaben, auch andere Parteien für die Verfassungsreform zu gewinnen. Die Parlamentarier kleinerer Parteien verließen vor der Abstimmung aus Protest den Plenarsaal.

Die Nationalisten aus Katalonien (CiU) und dem Baskenland (PNV) gaben im Parlament ebenfalls keine Stimmen ab. Sie sehen in der Reform einen Eingriff in die Autonomie der Regionen. Die Schuldenbremse soll nicht nur für den Madrider Zentralstaat gelten, sondern auch für die Verwaltungen der Regionen und der Kommunen.

Die Reform ist erst die zweite Änderung der spanischen Verfassung aus dem Jahre 1978.

- Anzeige -

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.