Betriebskosten dürfen nicht überhöht werden

Sonderrisikoversicherung

  • Lesedauer: 1 Min.
Der Vermieter forderte vom Mieter eine Kostenumlage für eine sogenannte Sonderrisikoversicherung. Der Mieter lehnte das ab.

Mit Recht entschied das Kammergericht in Berlin, auch wenn im Mietvertrag vereinbart worden sei, dass der Vermieter »gegebenenfalls« eine solche Versicherung abschließen und die Kosten auf die Mieter umlegen könne. Die Vertragsklausel sei unklar und deshalb unwirksam, erklärte das Gericht. Im Mietvertrag müssten die Betriebskosten (auch als Nebenkosten bezeichnet) eindeutig bezeichnet werden, damit Mieter erkennen können, was konkret auf sie zukomme. Das Wort »gegebenenfalls« lasse das nicht erkennen. Tatsächlich habe diese Versicherung schon existiert, als der Mieter einzog. Diese Ungereimtheit benachteilige ihn unangemessen. Außerdem sei die Versicherung viel zu teuer, was gegen das Gebot der Wirtschaftlichkeit verstoße. Der Mieter habe von sich aus ein wesentlich günstigeres Angebot eines anderen Versicherungsunternehmens vorgelegt. Vermieter seien verpflichtet, ebenfalls weitere Kostenangebote einzuholen, um Mieter nicht unnötig zu belasten.

Urteil vom 7. Februar 2011, Az. 8 U 147/10

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.