Unheimliche Allianz

Kommentar von Fabian Lambeck

  • Lesedauer: 1 Min.

Das ist ein Ding. Während Union und FDP noch um die Vorratsdatenspeicherung streiten, zeigen die großen Mobilfunkanbieter keinerlei Hemmungen, personenbezogene Angaben ihrer Kunden aufzubewahren. Noch ist unklar, ob die Konzerne Geheimdiensten und Polizei dabei halfen, das Speicherverbot zu umgehen, indem sie den Behörden Zugang zu dem Datenmaterial gewährten. Neu wäre eine derartige Kooperation auf keinen Fall. So nutzt die Polizei etwa die Gesichtserkennungsfunktion des sozialen Online-Netzwerks Facebook, um Raser dingfest zu machen. Dazu geben sie den Namen das Fahrzeughalters ein und vergleichen die dann angezeigten Fotos mit denen der Radarbilder. Zwar tun die Gesetzeshüter das ohne ausdrückliche Zustimmung von Facebook, doch belegt dieses Beispiel eindringlich, wie brisant die Angelegenheit ist. Zumal dieses bedenkliche Zusammenspiel auch ganz legal funktioniert. Etwa wenn europäische Banken im Rahmen des SWIFT-Abkommens ihre Kundendaten an amerikanische Geheimdienste weiterleiten. Natürlich ohne dass die Kunden davon erfahren.

In einer global vernetzten Digital-Ökonomie ist es nahezu unmöglich, nachzuvollziehen, wo die eigenen Daten letztendlich landen und wer sie dann nutzt. Und so verschwimmen die Grenzen zwischen privaten und staatlichen Datensammlern. Es ist eine unheimliche Allianz der Datenkraken, die sich da vor unser aller Augen bildet.

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