Herdgutscheine

Kommentar von Regina Stötzel

  • Lesedauer: 1 Min.

Auch einer erklärten Nichtfeministin reicht es offenbar nicht, als die Ministerin in die Historie einzugehen, die während ihrer Amtszeit ein Kind bekam. So muss statt dessen das so genannte Betreuungsgeld her - ein weiterer finanzieller Anreiz für Frauen, nach der Geburt ihrer Kinder gar nicht mehr zu arbeiten oder allenfalls in erbärmlich bezahlten Minijobs ein bisschen Selbstverwirklichung zu suchen. Die nur noch für ein Jahr vorgesehene »Herdprämie« soll die stramm konservativen Unionspolitiker ein wenig befrieden, die Kitas für eine Erfindung von Rabenmüttern halten und in den dort betreuten kleinen Rabauken schon die Drogenabhängigen und Amokläufer von morgen sehen.

Dumm nur, dass das Betreuungsgeld auch jenen ausgezahlt werden müsste, von denen man meint, dass sie es ausschließlich für Korn und Flachbildschirme verjuxen würden. Damit es nicht einmal ein schwacher Trost für Eltern sein kann, die kein oder nur wenig Elterngeld erhalten, hat die Frauen-Union eine Idee entwickelt: Gutscheine! Und zwar wahlweise als Almosen zur Renten- oder Pflegeversicherung der Mütter. Dies zu beantragen, kann man so kompliziert gestalten, dass es kaum jemand macht. So kennt man das schon.

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