Südkorea sieht US-Sanktionen skeptisch

Seoul auf Öllieferungen aus Iran angewiesen

  • Lesedauer: 2 Min.
Südkorea will nach Angaben eines Regierungsbeamten in Seoul von den neuen Strafmaßnahmen der USA zur weiteren Einschränkung iranischer Ölexporte ausgenommen werden.

Seoul/Jerusalem (AFP/nd). Der ranghohe südkoreanische Beamte, der nicht namentlich genannt werden wollte, sagte der Nachrichtenagentur AFP am Freitag, für Südkorea seien die neuen Sanktionen eine ernsthafte Angelegenheit. »Wir können es uns nicht leisten, diese wichtige Ölquelle zu verlieren, und wir brauchen eine Ausnahmeregelung bei der Durchsetzung der Sanktionen«, fügte er hinzu.

Die neuen US-Sanktionen richten sich gegen die iranische Zentralbank und betreffen mit dem Ölexport das Haupteinkommen des Landes. Damit will Washington die iranische Führung zum Abbruch ihres Atomprogramm zwingen. Südkorea, ein enger Vertrauter der USA, hat in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres nach amtlichen Angaben 8,16 Millionen Barrel Rohöl aus Iran eingeführt. Das entspricht 9,6 Prozent seiner gesamten Rohölimporte.

Die israelische Armee kündigte unterdessen gemeinsame Militärmanöver mit den USA an. Bei der Übung mit dem Namen »Ernste Herausforderung 12« handele es sich um ein seit längerer Zeit geplantes Manöver, teilte die Armee in einer schriftlichen Antwort auf eine AFP-Anfrage mit. Es gehe um eine Routine-Übung, die Teil einer »seit Langem bestehenden strategischen Partnerschaft« sei. Über den Zeitpunkt des Manövers machte die Armee keine Angaben.

Auch die EU hat ein mögliches Ölembargo gegen Iran angekündigt. Die EU-Außenminister könnten die Strafmaßnahme nach Angaben des französischen Außenministers Alain Juppé bei ihrem Treffen am 30. Januar beschließen. Die Spannungen zwischen Iran und dem Westen hatten zuletzt zugenommen, weil Teheran angekündigt hatte, bei Sanktionen gegen seine Ölexporte die Meerenge von Hormuz zu sperren.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.