Mit dem Leihfahrrad durch Mainz
Start der zweite Phase des Verkehrsprojekts
Mainz macht keine Ausnahme: Wie in vielen anderen Städten nimmt die Zahl der Radfahrer ständig zu, und damit rückt das Ziel der Stadt näher, die Luft in der Innenstadt so sauber wie möglich zu halten. Noch ist der Nachholbedarf an Radwegen groß, doch die Verantwortlichen arbeiten daran, das Fahrrad neben Bus und Straßenbahn zum dritten öffentlichen Verkehrsmittel zu machen. Dabei kam der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt ein bundesweiter Wettbewerb für Fahrradverleihsysteme zugute - Mainz belegte einen vorderen Platz und erhält 1,9 Millionen Euro zum Aufbau der entsprechenden In-frastruktur. Den gleichen Betrag steuern die Stadtwerke bei. Nach ersten Versuchen begann jetzt die zweite Phase mit 999 Testfahrern. Das Motto: »Warmradeln für Eiskalte«. Nach dieser Phase soll das Verleihsystem in den normalen Betrieb übergehen.
Zur Zeit können sich Interessierte eine Chipkarte besorgen und für 50 Cent pro halber Stunde mit einem Rad durch die Stadt fahren. Später lässt sich der Kunde bei der Verkehrsgesellschaft registrieren und erhält eine Chipkarte, mit der er über eine Pin-Nummer ein oder auch mehrere Räder mieten kann. Bisher gibt es 27 Verleihstationen und etwa 150 Leihräder. Bis zum endgültigen Aufbau des Systems sollen rund 120 Stationen angesteuert werden können.
Rund 1000 Fahrräder sollen es am Ende sein, sagt Projektleiterin Tina Smolders. Nachbargemeinden sind ebenfalls an dem Verleihsystem »MVGmeinRad« interessiert. Verkehrsdezernentin Katrin Eder (Grüne) sieht die Möglichkeit, durch die Förderung des Radverkehrs den Zielen des städtischen Luftreinhalteplans ein Stück näher zu kommen. Sie weist allerdings auch auf Schwierigkeiten hin, denn bei der Suche nach Standorten für den Radverleih müssten Fluchtwege, Rettungszufahrten und auch der Denkmalschutz berücksichtigt werden.
Nach dem Ende der Testphase im April wird die Nutzung eines Fahrrads pro halber Stunde einen Euro kosten. Wer ein Jahres- Abonnement der Mainzer Verkehrsgesellschaft, ein Job-Ticket oder ein Semester-Ticket besitzt, wird dann die Hälfte bezahlen. Reduzierte Tarife wird es auch für diejenigen geben, die »Silber- und Gold-Cards« zu bestimmten Jahresbeiträgen erwerben.
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