Das Ehepaar hat sich getrennt

Steuererstattung

  • Lesedauer: 2 Min.

Zu dem Zeitpunkt, an dem die Eheleute ihre gemeinsame Steuererklärung eingereicht hatten, lebten sie noch zusammen. Als Überweisungskonto für die Steuererstattung hatten sie das Bankkonto des Ehemannes angegeben. Dann trennte sich das Paar. Die Frau teilte daraufhin dem Finanzamt ihr eigenes Bankkonto mit. Das Schreiben war von beiden Partnern unterschrieben - doch die Frau hatte die Unterschrift des Ex-Gatten gefälscht.

Das Finanzamt überwies ihr prompt den gesamten Betrag. Der Ehemann beklagte nun beim Finanzamt, dass seine Steuererstattung nicht auf seinem Konto eingezahlt worden sei. Dass seine Frau seine Unterschrift gefälscht habe, hätten die Finanzbeamten durch einen Vergleich mit der Unterschrift auf der Steuererklärung erkennen können. Das bestritt das Finanzamt. Man habe keinen Anlass zu Zweifeln. Es sei ein korrektes Vorgehen, die Summe auf das zuletzt genannte Bankkonto zu überweisen.

Das Finanzamt schulde dem Ehemann nach wie vor die Hälfte des Betrags, urteilte das Finanzgericht Düsseldorf am 5. Mai 2010 (Az. 4 K 3880/09 AO). In der gemeinsamen Einkommensteuererklärung hätten beide Partner beantragt, den Erstattungsbetrag auf Konto des Ehemann auszuzahlen. Wenn so eine ausdrückliche Anweisung vorliege, dürfe das Finanzamt den Betrag nicht auf ein anderes Konto überweisen. Da der Mann bestreite, mit der Änderung der Bankverbindung einverstanden gewesen zu sein. Zudem sei seine Unterschrift gefälscht worden. Ihm sei daher der Inhalt dieses Schreibens nicht zuzurechnen.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.