Ein erfolgreicher Mittler zwischen Mieter und Vermieter
Mieterbeirat
»Uns geht es um sachliche konstruktive, aber auch kritische Zusammenarbeit mit dem Vermieter, der Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM)«, sagt Jürgen Flanderka, der Vorsitzende. »Denn es gibt ja auch gemeinsame Ziele und Interessen. Es ist uns als Mietervertretung wichtig, zu jeder Zeit die Fragen und Probleme der Bewohner zu kennen. Nicht zuletzt deshalb finden einmal monatlich öffentliche Sprechstunden statt.« Dafür steht dem Beirat ein Raum zur Verfügung. Bei Bedarf werden Aussprachen mit dem Vermieter auf die Tagesordnung gesetzt.
Hier einige Ergebnisse: Der Beirat nimmt Einfluss auf Ordnung und Sauberkeit im Haus. Er achtet darauf, dass Papier und andere Abfälle ordentlich entsorgt werden. Der Beirat kümmerte sich auch darum, dass ausreichend Behältnisse vorhanden sind. Jeder soll sich im Haus wohlfühlen, schließlich ist ein ordentlicher und sauberer Zustand auch die beste Visitenkarte der Wohngemeinschaft, in der immerhin 184 Mietparteien leben. Das wiederum verlangt, die Regeln des Zusammenlebens einzuhalten.
Die Hausordnung besagt beispielsweise, in der Zeit zwischen 13 und 15 Uhr sowie am späten Abend keinen ruhestörenden Lärm zu verursachen. Bei Verstößen wird mit den Verursachern gesprochen. Oder: Über Jahre hatten Rollstuhlfahrer Probleme, mit ihrem Gefährt in den Aufzug zu kommen. Pedalritter hatten mit ihren Rädern ähnliche Schwierigkeiten. Der Mieterbeirat nahm die Sache in die Hand, und im vorigen Jahr wurde einer der drei Aufzüge im Haus umgerüstet, so dass die Betroffenen ohne Komplikationen auf ihre Etagen kommen.
Ähnlich verhielt es sich mit der ungenügenden Beleuchtung im Müllraum. Es wurde eine zusätzliche Beleuchtung installiert. Gegenwärtig wird geprüft, die Beleuchtung über einen Bewegungsmelder zu steuern. Das würde Stromkosten sparen und zur Ordnung beitragen. Nicht zuletzt kümmerte sich der Mieterbeirat um die Reinigung der Gullys in der Markgrafenstraße. Schon bei geringstem Niederschlag standen dort die Parkplätze derart unter Wasser, dass kein Autofahrer mehr trockenen Fußes in sein Fahrzeug kam.
In jüngster Zeit bombardierte eine Fernsehantennenfirma die Mieter mit unzähligen Werbeschriften zur Umstellung auf den bevorstehenden digitalen Empfang. Das warf mehr Fragen auf als es Antworten gab. Deshalb veranstaltete der Mieterbeirat eine Zusammenkunft mit TV-Spezialisten, die ausführliche und verständliche Auskünfte gaben. Eine ähnliche Zusammenkunft fand mit der Berliner Feuerwehr statt, an der 30 Mieter teilnahmen. Dabei wurde erläutert, wie Brände zu verhüten sind und wie man sich bei Feuer im Haus richtig verhält.
Doch es gibt auch eine Reihe von ungelösten Problemen, wie die Gestaltung des Hausvorplatzes, die Lüftung der Etagenflure oder bessere Beleuchtung auf den Etagen. Der Mieterbeirat behält die Vorhaben auf seiner Tagesordnung.
Aus unserer Erfahrung können wir Mietern in ähnlichen Wohnblöcken nur empfehlen, ebenfalls einen Beirat zu bilden. Das sollte aber mit dem Vermieter vertraglich vereinbart werden. JOCHEN FISCHER
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.