Parteijugend zu abhängig?
Berlin (epd/nd). Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg wird heute die bisherige Finanzierung von Parteijugendorganisationen voraussichtlich als verfassungswidrig verwerfen. Das Familienministerium räumte am Dienstag indirekt ein, im Rechtsstreit mit der Linksjugend solid keinen Vergleich anzustreben. Die Richter hatten bereits im Februar zu erkennen gegeben, dass sie die bisherige Praxis aufgrund fehlender organisatorischer Unabhängigkeit der Jugendorganisationen als »verdeckte Parteienfinanzierung« ansehen. Grundsätzlich seien aber alle gleich zu behandeln.
Zum Rechtsstreit war es gekommen, weil das Ministerium 2006 eine Förderung von solid ablehnte. Da die Jugendorganisation unter dem Verdacht verfassungsfeindlicher Bestrebungen stehe, käme der beantragte jährliche Zuschuss in Höhe von 64 000 Euro aus dem Kinder- und Jugendplan des Bundes nicht in Frage, hieß es.
Die Jungen Liberalen sowie die Grüne Jugend erhielten im selben Jahr rund doppelt so viel Geld aus dem Etat. Die Jusos sowie die Junge Union bekamen jeweils über 300 000 Euro.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.