Tätige Reue

Klaus Joachim Herrmann über neuen Schwung beim Airport

  • Lesedauer: 1 Min.

Die Länderchefs eilen vor Ort. Der Bundesminister eilt vor Ort und lässt sich berichten. Der Aufsichtsrat tagt bis in die Nacht. Sonderkommissionen machen mobil. Abgeordnete stellen knallharte Fragen zum Fortgang von Arbeiten und drohenden Kosten. Ausschüsse der Parlamente laden die Verantwortlichen vor. Jeder scheint zu tun, was er soll. Oder er wendet sich wenigstens dem zu, was seines Amtes ist. Alle wissen um ihre Rollen.

Vage Auskunft stellt nicht mehr zufrieden, sondern klare Antwort und entschiedenes Vorgehen. Schwung scheint in den Bau von BER gekommen - neuer Schwung. So muss ein solcher Jahrhundertbau ja wohl auch angegangen werden. Mit vollem und konsequentem Einsatz. Wenn ein privates Konsortium schon vor Beginn scheitert, dann ist die öffentliche Hand mehr als gewarnt. Sie hat anschließend nicht nur den Mut zu beweisen, das Mammutprojekt zu schultern, sondern vor allem die Fähigkeit dazu.

Vielleicht wäre diese gar nicht in Frage gestellt und niemand übel verspottet worden. Dazu hätte der Eifer der Verantwortlichen und ihrer Kontrolleure bereits zum Baustart ausbrechen müssen und nicht erst bei der verfehlten Zielmarke. Angesichts der peinlichen Aufschübe und späten Erkenntnisse erscheint der späte Eifer nun wenigstens als tätige Reue - selbst wenn immer gerade der andere als Schuldiger entlarvt wird.

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