Geldforderungen für angebliche Teilnahme an Lotto-Spielgemeinschaft und von Flirt-Feyer AG
Wieder Warnung vor Abzocker-Tricks
Kamen die Briefe Ende April noch aus Hamburg, wird jetzt als Absender eine Stuttgarter Adresse angegeben. Die Firma behauptet, eine offene Forderung für ihren Mandanten WinGarantie GmbH einzuziehen. Gegenstand der Forderung wäre die Teilnahme an der Spielgemeinschaft Lotto 6 aus 49.
Die angebliche Mitgliedschaft bei der Firma WinGarantie sei aufgrund einer Rücklastschrift gekündigt, schließlich wäre noch eine Forderung von insgesamt 126,46 Euro offen. Das Geld müsse innerhalb von sieben Tagen auf ein Konto einer Bank in Bulgarien überwiesen werden, ansonsten drohten erhebliche zusätzliche Kosten.
Ein plumper Abzockertrick, vor dem die Verbraucherzentrale dringend warnt! Für die Abzockermethode spricht nach Auffassung der Verbraucherzentrale Folgendes:
Eine WinGarantie GmbH ist trotz umfangreicher Recherche nicht zu finden, Kontaktdaten sind nicht angegeben. Die Existenz einer Firma Drago Forderungsmanagement muss angezweifelt werden.
Es fehlt nicht nur an einer Telefonnummer im Briefkopf, auch unter der angegebenen Stuttgarter Postadresse gibt es sie nicht. Die Verbraucherschützer raten: Auf keinen Fall den geforderten Betrag zahlen!
Schadsoftware tarnt sich als Rechnung von flirt-fever.de
Nach einer weiteren aktuellen Information der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt erschrecken derzeit E-Mails viele Verbraucher mit Zahlungsforderungen über mehrere Hundert Euro. Angeblich stammen diese E-Mails von der Dating-Seite flirt-fever.de des Unternehmens Prebyte Media GmbH.
Betroffen sind sowohl Verbraucher, die noch keinen Kontakt mit diesem Seitenbetreiber hatten, als auch ehemalige und derzeitige Kunden des Unternehmens.
Das Schreiben gibt vor, dass noch Forderungen in dreistelliger Höhe für die Nutzung des Kontaktportals ausstehen. Mit der auf den ersten Blick glaubwürdig klingenden Zahlungserinnerung soll der Adressat nun die »letzte Möglichkeit« erhalten, seine Verpflichtung zu erfüllen.
Als Absender ist zwar Flirt-Fever AG angegeben, es werden jedoch jeweils unterschiedlichste Firmensitze und Namen genannt, die nicht mit dem tatsächlichen Sitz in München übereinstimmen. Der Text verweist die geschockten Verbraucher auf den Anhang: »Die Leistungen und die Bankdaten können Sie in beigefügter Datei ansehen.«
Doch Vorsicht: In der mitgeschickten zip-Datei verbirgt sich ein schädigender Programmcode. Üblicherweise nutzen Betrüger solche Programme, um Rechner fernzusteuern oder sensible Daten auszukundschaften.
Der Rat der Verbraucherzentrale: Die Datei keinesfalls öffnen und am besten sofort löschen. Die angemahnte Forderung besteht allem Anschein nach gar nicht.
Fragen rund um das Thema dubiose Rechnungsforderungen beantworten die Berater der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt in allen Beratungsstellen und am Verbrauchertelefon unter (0900) 1775 770 (1 Euro/min im deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise abweichend) von montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr und unter www.vzsa.de im Phishing-Radar.
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