Syrischer Premier verließ Assad

Riad Hidschab schloss sich den Aufständischen an

  • Lesedauer: 2 Min.

Damaskus (Agenturen/nd). Mit dem syrischen Regierungschef Riad Hidschab ist der bislang ranghöchste Politiker des Landes zur Opposition übergelaufen. Er schloss sich den Aufständischen gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad an. »Ich gebe hiermit bekannt, dass ich mich vom mörderischen und terroristischen Regime abgewandt und mich der Revolution der Freiheit und Würde angeschlossen habe«, hieß es in einer Erklärung, die ein angeblicher Sprecher Hidschabs am Montag im arabischen Fernsehsender Al-Dschasira verlas. Zuvor hatten jordanische Sicherheitskreise dem Sender bestätigt, dass Hidschab über die grüne Grenze nach Jordanien geflohen ist.

Der Erklärung zufolge plante der Politiker seine Flucht seit mehr als zwei Monaten. Bewerkstelligt wurde sie mit Hilfe der aufständischen »Freien Syrischen Armee«. Hidschab war erst im Juni zum Ministerpräsidenten ernannt worden. Davor hatte der 46-Jährige sein ganzes Leben dem Assad-Regime gedient. Er bekleidete hohe Funktionen in der herrschenden Baath-Partei. Als im Frühjahr 2011 die Proteste gegen Assad begannen, war er Gouverneur der Mittelmeer-Provinz Latakia, aus der Assads Familie stammt.

Wie es hieß, soll Hidschabs bisheriger Stellvertreter Omar Ghalawandschi vorübergehend die Amtsgeschäfte übernehmen.

Laut der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu setzte sich ein weiterer ranghoher syrischer General mit fünf Offizieren und mehr als 30 Soldaten in die Türkei ab.

Unterdessen explodierte im Gebäude des syrischen Staatsfernsehens in Damaskus am Montag eine Bombe. Dies berichteten staatliche syrische Medien. Die Wirkung sei allerdings gering gewesen. Einige Angestellte hätten leichte Verletzungen erlitten, erklärte Informationsminister Omran al-Subi. Augenzeugen zufolge explodierte die Bombe im dritten Stock des Gebäudes und richtete erheblichen Sachschaden an. Sie sei von »feigen Terroristen« gelegt worden, sagte Minister Subi.

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