Kein Geld für Ideologen!

Marcus Meier über deutsche Krankenhäuser in kirchlicher Trägerschaft

  • Lesedauer: 1 Min.

Dass zwei katholische Krankenhäuser mindestens eine Vergewaltigte abwiesen, ist ein Skandal. Bei allem PR-Geeiere um angebliche Kommunikationsprobleme dürfte nämlich eines gewiss sein: Die Ärzte, die dem traumatisierten sowie an Körper und Seele verletzten Opfer Behandlung und Spurensicherung verweigerten, handelten aus Angst. Aus Angst vor fristloser Kündigung. Denn die katholische Kirche lehnt Abtreibungen strikt ab.

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Mehr als jedes dritte deutsche Krankenhaus ist in kirchlicher Trägerschaft - eine beinahe kostenlose Werbung für die beiden Staatskirchen. Wie die weltliche Konkurrenz werden sie nicht überwiegend von spendablen Kirchenfürsten, sondern von Krankenkassen und Bundesländern finanziert. Gesetzgeber und Kontrollinstanzen sind auch deshalb aufgefordert, ein wichtiges Prinzip in Medizin und Pflege durchzusetzen: die Ideologiefreiheit. Wer aus ideologischen Gründen, die er für »ethisch« hält, einem Patienten Behandlung und Medikation verweigert, darf nicht mit öffentlichen Geldern genährt werden. Kliniken sollten von Trägern ohne missionarischen Eifer betrieben werden. Am besten von öffentlichen.

Am Kölner Skandal kann nicht verwundern, dass Joachim Kardinal Meisner seine Finger im Spiel hatte. Der Hassprediger, Soldatenfreund und Schwulenverachter setzte, zusammen mit einer »Ethikkommission«, die »ethischen« Grundlagen für ein in jeder Hinsicht unmenschliches Handeln. Möge ihn der Teufel holen!

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