Linkspartei zollt Benedikt Respekt

Hoffnung auf »fortschrittlichen Nachfolger in moderner Kirche«

  • Lesedauer: 2 Min.

Berlin (nd). In der Linkspartei haben am Montag Reaktionen überwogen, die dem scheidenden Oberhaupt der Katholischen Kirche Respekt für seine Entscheidung zollten. »Papst Benedikt XVI. hat eine souveräne Entscheidung getroffen, die gleichermaßen ungewöhnlich wie konsequent erscheint«, sagte der religionspolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Raju Sharma. »Die Bewertung seines Wirkens als Oberhaupt der katholischen Kirche obliegt vor allem den Katholikinnen und Katholiken weltweit«, so Sharma weiter.

Es werde »niemand verwundern«, kommentierte der Thüringer Linksfraktionschef Bodo Ramelow den Rücktritt des Papstes, dass er nur »mit wenigen seiner Aussagen einverstanden« sei. Grundsätzlich habe er aber »großen Respekt davor, dass er sein gesamtes Leben seinem Glauben und seiner Kirche gewidmet hat und auch davor, dass er jetzt selbstbestimmt einen Schlusspunkt setzt«, so Ramelow. Der Linkspolitiker war 2007 persönlich mit Benedikt XVI. Zusammengetroffen, dies werde ihm als »wichtiges Symbol« in Erinnerung bleiben , auch wenn der Papst »Hoffnungen unerfüllt ließ«.

Der Bundesgeschäftsführer der Linkspartei, Matthias Höhn, der am Mittag in Berlin zu der gerade bekannt gewordenen Rücktrittsankündigung befragt wurde, sagte, er nehme die Entscheidung des Pontifex »mit Respekt zur Kenntnis«. Der Vorsitzende der LINKEN, Bernd Riexinger, erklärte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, »wenn Benedikts Rücktritt ein Zeichen setzt, dann dieses: Niemand sollte bis zum Umfallen arbeiten müssen!« Der hessische Landtagsabgeordnete Hermann Schaus verlieh seinem Wunsch Ausdruck, dass »ein fortschrittlicher Papst der für eine moderne Kirche steht« auf Benedikt folgen werde.

Im September 2011 waren zahlreiche Abgeordnete der Linksfraktion im Bundestag dem Auftritt des Papstes im Parlament ferngeblieben. Die eine Hälfte der Fraktion folgte der Rede, die andere Hälfte demonstrierte vor die Tür gegen den Papst.

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