Bulgarien: Aktivistentreffen fordert Verstaatlichungen

Demonstration gegen hohe Strompreise gehen weiter: „Nein zu den Monopolen»«

  • Lesedauer: 1 Min.

Sofia (dpa/nd). Bulgariens Aktivisten gegen hohe Strompreise und Monopole haben die Verstaatlichung „strategischer Sektoren und aller Ressourcen“ des Balkanlandes gefordert. Mehr als 100 Vertreter aus 25 Städten der seit Wochen über das Internet organisierten Aktivisten versammelten sich am Samstag zu einem ersten Treffen in der ostbulgarischen Stadt Sliwen. Ihre Proteste hatten am Mittwoch die bürgerliche Regierung in Sofia gestürzt. In Bulgarien soll es bis Mitte Mai Neuwahlen geben.

In der zweitgrößten Stadt Plowdiw demonstrierten etwa 200 Menschen erneut vor der Regionalzentrale des österreichischen Stromversorgers EVN. „Nein zu den Monopolen“, riefen die Aktivisten nach einem Bericht des Staatsradios. Sie blockierten wichtige Hauptstraßen. Für Sonntag ist in der Hauptstadt Sofia eine Großkundgebung geplant, zu der auch Staatspräsident Rossen Plewneliew eingeladen ist.

In einer auf dem Forum in Sliwen verbreiteten Erklärung an die Staatsführung verlangten die Aktivisten außerdem, dass den bisherigen Regierungsparteien verboten werden solle, am politischen Leben teilzunehmen. Sie forderten ein „neues politisches System“, wie die Nachrichtenagentur BTA berichtete. Auf einem anderen Forum in Sofia verlangten Bürgerorganisationen, dass in dem EU-Land nun eine Große Volksversammlung gewählt werden soll, deren Aufgabe es sein solle, die Verfassung zu ändern.

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