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Fallstricke bei Vergleichsportalen

In wenigen Schritten zum neuen Stromanbieter - doch aufgepasst:

  • Lesedauer: 2 Min.
Strompreis-Vergleichsportale sollen den Verbrauchern die Suche nach günstigen Tarifen erleichtern. Doch laut Stiftung Warentest halten die Seiten nicht immer, was sie versprechen: Von zehn getesteten Portalen wurden fünf mit »befriedigend«, vier mit »ausreichend« und eines sogar mit »mangelhaft« bewertet. Kein einziges erhielt die Note »gut«!

Das Fazit: Die Verbraucher bekämen mit den voreingestellten Suchoptionen fast immer zuerst Stromanbieter empfohlen, die mit günstigen Bedingungen ihre Kunden ködern, im Laufe des Vertrages aber deutlich teurer werden. Einige verlangten Vorkasse und böten wenig Flexibilität bei einer Kündigung. Worauf sollten Verbraucher also achten?

Wie funktionieren Vergleichsportale?

Die Internet-Vergleichsportale holen regelmäßig Angebote der Energieversorger ein. Die Tarifrechner sortieren bei Anfragen von Nutzern diese Angebote nach ihrem Preis von billig nach teuer. Es arbeiten allerdings nicht alle Anbieter mit allen Tarifrechnern zusammen, so dass ein Internetportal nicht zwingend eine Auflistung aller Angebote zeigt. Schließt ein Kunde über ein Vergleichsportal einen neuen Vertrag ab, etwa mit einem Stromanbieter, zahlen einige Anbieter eine Provision. Diese liegt nach Recherchen der Stiftung Warentest oft zwischen 30 und 55 Euro pro vermitteltem Vertrag.

Was sollte der Verbraucher bei der Tarifsuche bedenken?

Bei jedem Tarifrechner sollte der Kunde auf die voreingestellten Suchoptionen achten. Sitzt ein Häkchen an der falschen Stelle, sucht der Kunde - ohne es zu bemerken - nach Angeboten, die auch strittige Konditionen wie Vorkasse, Pakettarife oder lange Anschlusslaufzeiten beinhalten. Eine Falle ist laut Stiftung Warentest auch der Neukundenbonus, der letztendlich oft gar nicht ausgezahlt wird. Deshalb sollten Verbraucher bei den Angeboten immer das Kleingedruckte lesen. Und schließlich sollten sie vor Vertragsunterzeichnung die dort aufgeführten Konditionen noch einmal genau durchlesen, um sicherzugehen, dass sie mit denen aus dem Angebot übereinstimmen.

Was kann der Verbraucher tun, um via Internet den besten Anbieter zu finden?

Verbraucherschützer raten dazu, die Vergleichsportale auch untereinander zu vergleichen. Wer auf verschiedenen Internetseiten sucht, erhöht die Chance, auf ein wirkliches Schnäppchen zu stoßen. Außerdem bekommt der Verbraucher so ein Gefühl dafür, wie hoch der Preis für einen bestimmten Strom- oder Gasverbrauch sein sollte. Trügerischen, sogenannten Lockvogel-Angeboten geht der Kunde dann nicht so schnell auf den Leim. In den Vergleich einbeziehen sollten die Verbraucher auch die Internetseiten der Anbieter direkt.

Wer kontrolliert die Vergleichsportale?

Eine behördliche Überwachung über die Vergleichsportale gibt es nicht. Die Stiftung Warentest hat die Vergleichsrechner gerade erneut unter die Lupe genommen und ihnen mit Noten zwischen »befriedigend« und »mangelhaft« kein gutes Zeugnis ausgestellt. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) schlägt übrigens vor, die Kompetenzen der Bundesnetzagentur auszuweiten: von der Überwachung der Energieversorger auch auf Energie-Vergleichsportale. Auch der TÜV testet und zertifiziert die Servicequalität von Onlineportalen. Datengrundlage sind hier allerdings keine eigenen Untersuchungen, sondern Kundenbefragungen. AFP/nd

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