Bunte Aktion für sofortige Abschaltung von Brokdorf
Protest- und Kulturmeile fordert Aus für »besonders gefährliches und völlig überflüssiges« Atomkraftwerk
Brokdorf (Agenturen/nd). Zahlreiche Menschen haben sich am Sonntag vor dem Atomkraftwerk Brokdorf auf einer bunten Protest- und Kulturmeile für die sofortige Abschaltung des Meilers in Schleswig-Holstein ausgesprochen. Bei strahlendem Sonnenschein demonstrierten sie anlässlich des Jahrestags der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und warnten unter dem Motto „fünf vor zwölf“ vor einer möglichen Wiederholung der GAU. „Das AKW Brokdorf ist besonders störanfällig, besonders gefährlich und völlig überflüssig“, heißt es in dem Aufruf zu der Aktion.
„Kaum ein Atomkraftwerk ist auf so unheilvolle Weise mit der Katastrophe von Tschernobyl verknüpft wie das in Brokdorf: Während das eine 1986 explodierte, ging das andere wenige Monate später allem Widerstand zum Trotz ans Netz“, sagte Marianne Kolter von der Anti-Atom-Initiative im Kreis Pinneberg. Im Rahmen des Atomausstiegs soll der Meiler in Brokdorf bis spätestens 2021 endgültig abgeschaltet werden. Das Bündnis „AKW Brokdorf abschalten“ kämpft jedoch für eine sofortige Stilllegung des Meilers. Die Protestaktion soll im Gedenken an die Opfer der Atomkatastrophe von Tschernobyl stattfinden, die sich Ende April zum 27. Mal jährt.
Vor den mehr als mannshohen Zäunen und Seitentoren des Brokdorfer Meilers verbreiteten Kleinkünstler, Straßenmusikanten und Chöre sowie atomkritische Infostände und Mitmach-Angebote eine Volksfest-Stimmung. „Wir wissen, dass es kein sicheres Lager für den hochgiftigen strahlenden Abfall gibt. Dennoch wird Tag für Tag in Brokdorf und anderswo das unlösbare Atommüll-Problem für uns, unsere Kinder und Kindeskinder vergrößert“, heißt es in dem Aufruf zu der Aktion.
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