Massenmörder Nummer zwei
Jörg Meyer über deutsche Waffenhändler
Während Friedensaktivisten auf dem Kirchentag in Hamburg die Exporte der deutschen Rüstungsschmieden an autoritäre Regime geißeln, wird am anderen Ende der Republik bekannt, dass zwei Beschäftigte von Heckler&Koch illegal Sturmgewehre in Mexikos vom Drogenkrieg gebeutelten Norden exportiert haben. Und die Staatsanwaltschaft ermittelt, ob Heckler&Koch mit Parteispenden den Weg für den legalen Export ebnen wollte. Ein Fall von Wirtschaftskriminalität und vielleicht ein Fall von Bestechung. Das kommt bekanntlich in den besten Familien vor - wenn man das nötige Kleingeld in der Portokasse hat.
Aufschrei der Empörung: Wie kann man nur aus reiner Geldgier mit dem Tod Geschäfte machen? Heckler&Koch-Gewehr G3 rangiert hinter der AK 47 aus dem Hause Kalaschnikow weltweit auf Platz zwei der tödlichsten Waffen. Der Rüstungskonzern aus Oberndorf am Neckar ist an nahezu allen Kriegen beteiligt und verdient bombig daran. Es geht nicht um Moral, sondern um Geld, und beim Geld hört nicht nur die Freundschaft auf, sondern auch der Frieden. Die Lösung, um derlei Schindluder zu verhindern, ist einfach: dichtmachen den Laden und die Beschäftigten in Konversionsprogrammen unterbringen - bis auf die Waffenschieber. Die könnten ja in eine Brigade für den Aufbau von Schulheimen für Bürgerkriegswaisen gesteckt werden.
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