Massenproteste in Brasilien gehen weiter

Fahrpreiserhöhungen für den öffentlichen Nahverkehr teilweise zurückgenommen

  • Lesedauer: 2 Min.

São Paulo (AFP/nd). Die Protestbewegung in Brasilien hält an: In Niterói in der Nähe von Rio de Janeiro gab es am Mittwochabend (Ortszeit) erneut schwere Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Polizisten. Zuvor hatten auch die Metropolen São Paulo und Rio de Janeiro die Fahrpreiserhöhungen für den öffentlichen Nahverkehr zurückgenommen und damit eine der Forderungen der Demonstranten erfüllt. Die neuen Regeln sollen am Montag in Kraft treten.

Kurz nach der Ankündigung nahmen in Niterói laut Polizei mehr als 7000 Menschen an einem Protestmarsch teil. Die Demonstration verlief zunächst friedlich. Nach Einbruch der Dunkelheit jedoch kam es zu Ausschreitungen, an denen sich etwa 200 bis 300 Menschen beteiligten. Sie warfen einen Bus um, schlugen die Scheiben einer Bankfiliale ein und setzten hölzerne Barrikaden in Brand, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Die Polizei setzte Wasserwerfer gegen eine Gruppe von Demonstranten ein, die eine 15 Kilometer lange Brücke zwischen Niterói und Rio blockieren wollte.

Zuvor gab es vor dem Fußballspiel Brasilien gegen Mexiko im Confederations Cup in Fortaleza im Nordosten des Landes Ausschreitungen. Die Polizei blockierte den Zugang zum Stadion, vor dem sich etwa 25 000 Demonstranten versammelt hatten. Etwa 10 000 Teilnehmer warfen Steine auf die Beamten. Diese feuerten Tränengas und Gummigeschosse auf die Demonstranten.

Für Donnerstag waren erneut Kundgebungen in ganz Brasilien geplant - vor allem auch in Rio de Janeiro, wo die Nationalmannschaften Spaniens und Tahitis aufeinander treffen sollten. Die brasilianische Regierung hatte am Mittwoch angekündigt, 6000 zusätzliche Elitepolizisten für den Schutz der sechs Austragungsorte des Confederations Cup einzusetzen.

- Anzeige -

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.