Hochwasser, Hitze, Hagelschlag
Der Sommer 2013 im meteorologischen Rückblick
Am letzten Wochenende ging in Deutschland aus Sicht der Meteorologen der Sommer zu Ende, der uns eines erneut gelehrt hat: Man soll die Hoffnung niemals aufgeben. Zwar schien es anfangs so, als würde auf den kühlen und trüben Frühling ein ähnlich unerfreulicher Sommer folgen. Doch trotz heftiger Gewitter, Sturmböen und Hagelschlag konnten sich die meisten Menschen hierzulande über das Wetter der vergangenen drei Monate nicht beklagen. Denn die Tiefausläufer, die Mitteleuropa erreichten, bestimmten unsere Witterung nur für wenige Tage. »Sonst dominierte Hochdruckeinfluss, der für viel Sonnenschein, hohe Temperaturen und zeitweilig sogar für große Hitze sorgte«, berichtet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach Auswertung der Daten seiner rund 2000 Messstationen.
Hält man sich allein an die Zahlen, dann war der Sommer 2013 der trockenste seit zehn Jahren: In den Monaten Juni, Juli und August fielen bundesweit im Schnitt 190 Liter Regen pro Quadratmeter (l/qm). Normal für diese Jahreszeit wären 239 l/qm. Die wenigsten Niederschläge (118 l/qm) wurden in Sachsen-Anhalt gemessen, wo viele Menschen dennoch nicht vom Wasser verschont blieben. Aufgrund kräftiger Stauregenfälle an den Alpen und am Erzgebirge war es Anfang Juni im Einzugsgebiet von Donau und Elbe zu verheerenden Überschwemmungen gekommen. Allein in Deutschland werden die dabei entstandenen materiellen Schäden auf rund zwölf Milliarden Euro beziffert.
Im Juli und August war es dagegen sehr trocken, und es brachen vereinzelt Wald- und Flächenbrände aus. Vor allem im Süden und in der Mitte Deutschlands entluden sich in den Übergangszonen zwischen kühler und heißer Luft heftige Gewitter, die mit Sturm und Hagel einhergingen. In Sonnenbühl auf der Schwäbischen Alb prasselten dabei Hagelkörner vom Himmel, die einen Durchmesser von zwölf Zentimetern erreichten und zahlreiche Gebäude und Autos beschädigten.
Im Sommer 2013 lag die Durchschnittstemperatur in Deutschland bei 17,8°C und damit um 0,3 Grad über dem Mittel der letzten 30 Jahre. Bei nördlichen Winden herrschten tagsüber angenehme Temperaturen, die in der Nacht oft deutlich zurückgingen. In Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge gab es im Juni sogar mehrmals Bodenfrost. Nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes war jedoch Schleswig-Holstein mit 16,9°C das kühlste Bundesland, während es in Berlin, bedingt durch den Großstadteffekt, mit 19,4°C am wärmsten war. Mitte Juni, Ende Juli und Anfang August ließen drei Hitzewellen das Thermometer gehörig steigen - bis fast an die 40-Grad-Marke. Die höchste Temperatur wurde mit 38,6°C am 27. Juli in Rheinfelden am Hochrhein gemessen. Zum Vergleich: Der absolute Sommerrekord für Deutschland stammt aus den Jahren 1983 und 2003 und liegt bei 40,2°C.
Trotz einiger Wetterextreme war der diesjährige Sommer über weite Strecken freundlich und freibadtauglich. Zwischen Juni und August schien die Sonne im Mittel 710 Stunden und damit 18 Prozent länger als in einem gewöhnlichen Sommer. Die meisten Sonnenstunden (875) konnten die Menschen an der Ostseeküste genießen. Am Ende der Statistik rangiert das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Aber auch hier lag die Zahl der Sonnenstunden (636) noch deutlich über dem Durchschnitt.
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