Werbung

Energiekampf II

Marcus Meier über die mögliche Schließung des Braunkohletagebau Garzweiler II.

  • Lesedauer: 1 Min.

Will RWE den Jahrzehnte lang umkämpften Tagebau Garzweiler II frühzeitig aufgeben? Gut möglich, dass sich beim Essener Konzern ein bisschen Restvernunft durchsetzt, nach dem Motto: Garzweiler II wird nur so weit ausgebeutet, wie es tatsächlich wirtschaftlich ist (unter Teilberücksichtigung der sozialen Kosten).

Das wäre aber allenfalls ein Zehntel der Wahrheit. Ökoenergien machen Kohle und Atom zusehends überflüssig. Aus aufgeklärter Sicht sind all die in Beton gegossenen Milliarden für nicht erneuerbare Energien inklusive Braunkohle schlicht Fehlinvestitionen. Alle Energieversorger klagen, dass sich der Betrieb (oder Neubau) konventioneller Kraftwerke nicht lohne - derzeit jedenfalls nicht. Offenbar nimmt RWE gerade eine Vorreiterrolle ein, wenn es gilt, die Energiewende kohlefreundlich zu verwässern und zeitlich zu strecken. Dass der interne Bericht an die Öffentlichkeit gelangte, mag ein Betriebsunfall sein. Oder Teil einer Inszenierung. Wie auch das darauf folgende Dementi muss man ihn, so oder so, als Drohung betrachten: Politik, hilf uns, damit wir auf längere Sicht Knete mit der Kohle machen können!

Es wird immer offensichtlicher: Die Energiewende steht den vier großen Konzernen, die vier großen Konzerne stehen der Energiewende im Weg. Wer eine ökosozial verträgliche Energieversorgung will, der darf dabei den Abwehrkampf gegen die Renaissance der klimakillenden Kohle nicht vernachlässigen.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.