Kein Bruderbund mit dem Kreml

Klaus Joachim Herrmann über Kritik in der Eurasischen Union

  • Lesedauer: 1 Min.

Mit seinen Nachfolgebündnissen als Ersatz für die zerfallene Sowjetunion hatte der Kreml bislang recht wenig Glück. Die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) kam nie in Schwung. Nun knirscht es weithin hörbar in der Eurasischen Wirtschaftsunion. Dabei sollen gerade mit ihrer Hilfe alte Bindungen mit Russland wenigstens erhalten, wieder angeknüpft und bestenfalls sogar neue hergestellt werden.

Vor allem für die Zollunion gibt es sogar weitere Interessenten und Bewerber. Doch Kasachstans Präsident Nasarbajew legte auf dem Minsker Gipfel eine lange Mängelliste vor. Die richtet sich unverhohlen gegen Russland selbst. Das stellt an den Grenzen immer wieder kaum erfüllbare und zuweilen auch überraschend neue Forderungen an Importgüter oder verweigert den Transit. Längst kein Geheimnis mehr ist inzwischen, dass auch Pipelines nicht nur unter dem Druck von Gas und Öl, sondern auch der Politik stehen.

Innerhalb eines vermeintlich freundschaftlichen Bruderbundes musste von der östlich herrschenden Führungsmacht einst hingenommen werden, was heute auf Widerstand trifft. Kein Partner will seine Interessen noch in unverbindlichen Freundschaftsbekundungen verschwimmen sehen - ein Ansatz, zu dem mancher westlich wohl erst noch finden muss.

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