Schmidtlepp is back

Martin Kröger über den Landesparteitag der Berliner Piraten

  • Martin Kröger
  • Lesedauer: 1 Min.

Ob er am Wochenende überhaupt für den Berliner Landesvorsitz kandidieren kann, da war sich der bundesweit bekannte Piratenpolitiker Christopher Lauer (Twittername »Schmidtlepp«) im Vorfeld gar nicht so sicher. Zum einen litt Lauer noch an den Folgen einer Blinddarm-OP und zum anderen hatte sich seine Partei mit dem »Bombergate« und anderen Streitigkeiten in den vergangenen Wochen immer weiter zerlegt. In der Wahl Christopher Lauers drückt sich offenbar auch die Sehnsucht nach alten, glorreichen, aber auch stabilen Zeiten aus. Schließlich stand der Politprofi wie kaum ein anderer damals maßgeblich mit im Rampenlicht, als sich die Medien besonders stark auf die neue Partei stürzten.

Inwiefern das politische Comeback von Lauer den Piraten in ihrer Hochburg Berlin wieder Auftrieb verleiht, wird sich zeigen. Dass die Partei von ihm als mit Fernsehen und Zeitungen gut vernetztem Politiker sicherlich profitiert, war indes bereits am Wochenende zu sehen. Und vielleicht sollten die Piraten tatsächlich noch nicht ganz abgeschrieben werden: Immerhin schufen sie auf ihrem Parteitag auch eine »Ständige Mitgliederversammlung«. Zumindest virtuell kann damit jedes Mitglied künftig jederzeit mitbestimmen - eine solche Teilhabe sucht man bei anderen Parteien vergeblich.

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