Wahlkrimi in Salvador

Juristisches Tauziehen um Ergebnis des Votums

  • Lesedauer: 1 Min.
Nach der Präsidentenwahl in El Salvador wittern die Konservativen Betrug. Ihre Petitionen zur Annullierung der Wahl lehnt die zuständige Behörde ab. Ein Sieger steht noch immer nicht fest.

San Salvador. Die Wahlhelfer zählen noch die Stimmen aus, da fechtet die rechtskonservative Partei ARENA bereits das Ergebnis der Wahl in El Salvador an. Präsidentschaftskandidat Norman Quijano hat Petitionen zur Annullierung der Abstimmung und zur Neuauszählung aller Stimmen eingereicht. Die Rechten verwiesen auf eine Reihe von Ungereimtheiten und sprachen von Betrug. Das Wahlamt neige der Regierung zu und sei voreingenommen, hieß es in einer ARENA-Stellungnahme. Das Wahlamt wies die Anträge am Dienstagabend (Ortszeit) umgehend zurück.

Behördenleiter Eugenio Chicas berief sich dabei auf die Verfassung und forderte die verfeindeten Lager zu Besonnenheit auf. Einige strittige Zwischenergebnisse werden nun neu ausgewertet. Der Wahlkrimi zeigt, wie tief gespalten El Salvador mehr als 20 Jahre nach Ende des Bürgerkriegs noch immer ist. Die eine Hälfte der Bevölkerung steht der Regierungspartei FMLN nahe, die aus der Guerillabewegung hervorgegangen ist. Die andere Hälfte wird von ARENA vertreten, die einst von Mitgliedern der rechten Todesschwadronen gegründet wurde. Nach dem vorläufigen Ergebnis liegt FMLN-Kandidat Salvador Sánchez Cerén 6500 Stimmen vor Quijano.

Internationale Wahlbeobachter hatten die Abstimmung am Sonntag als fair und transparent beschrieben. Er habe keine schwerwiegenden Manipulationsversuche feststellen können, sagte Nicanor Moscoso von der interamerikanischen Union der Wahlbehörden. dpa/nd

- Anzeige -

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.