Sonderfall Krim

Klaus Joachim Herrmann über Präsident Putins Botschaft

  • Klaus Joachim
  • Lesedauer: 1 Min.

Die Halbinsel Krim wird nach der Volksabstimmung so an Russland festgemacht, dass sie nicht wieder auslaufen kann. Diese Mitteilung war dem formbewussten Kremlchef die erste präsidiale Sonderbotschaft der russischen Geschichte wert. Zwar gab es Verluste in der internationalen Arena, nicht aber an Menschenleben.

Freunde und Feinde Wladimir Putins sollten zur Kenntnis nehmen, dass Moskau zielstrebig und effektiv gehandelt hat. Entgegen manch wüster Beschimpfung erwies sich der Kremlchef als berechenbar. Er sieht die Ukraine nach Westen driften, befürchtet die massive Störung des postsowjetischen Gleichgewichts, sieht geostrategische Interessen bedroht und rettet den größten Marinestützpunkt. Andere haben schon bei geringerem Anlass und dann blutig zugelangt.

Die Operation Krim war brandgefährlich, aber wohl auch eine Ausnahme. Dafür spricht, dass Moskau an der Ost- und Südukraine kein solches Interesse hat und nur einen Bruchteil der Krim-Argumente geltend machen könnte. Kiew in der Krise muss vor allem Gefahr von innen fürchten, wenn ein Wirtschaftswunder ausbleibt. Da bräuchte die Ukraine den Nachbarn dringend als Partner in Produktion und Absatz. Russland will keine Spaltung und dürfte zu Stabilität an seiner Grenze nicht nein sagen.

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