Erfolg mit Folgeauftrag

Markus Drescher zur Mindestlohneinigung der Großen Koalition

Was man hat, das hat man. So könnte man das absehbare Ende des Konflikts um den Mindestlohn und damit seine voraussichtliche Einführung im nächsten Jahr bilanzieren. Die Große Koalition kann, sofern sich bei der internen Abstimmung nichts Entscheidendes mehr am Gesetzentwurf ändert, bald einen wichtigen Punkt von ihrer To-do-Liste streichen. Besonders die Sozialdemokraten werden sich freuen, da sie die Erfüllung eines ihrer zentralen Wahlversprechen verkünden dürfen - wenn es auch bis zur vollständigen Einführung im Jahr 2017 noch ein Weilchen dauert. Und schon jetzt die geplanten 8,50 Euro viel zu wenig sind, um tatsächlich nicht mehr arm trotz Arbeit zu sein.

Immer noch besser als gar nichts, könnte sich dennoch der Arbeitnehmer denken, der von der Regelung profitiert - was man hat, das hat man. Was die Gewerkschaften haben, ist nach jahrelanger Arbeit für den Mindestlohn nicht nur ein Erfolg, sondern zugleich auch mühseliger Auftrag für die Zukunft. Ihnen wird es obliegen, für eine Erhöhung des Mindestlohns zu kämpfen, der unabhängig vom Gang zum Amt macht. Gleichzeitig müssen sie aber weiterhin für Tarifabschlüsse streiten, die deutlich über der Lohnuntergrenze liegen, und die schon bestehenden verteidigen. Manche haben eben immer mehr als andere - zu tun.

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