Zwischenfall in französischem Atomkraftwerk
Im AKW Cattenom wurden Mitarbeiter verstrahlt
Metz. Bei einem Zwischenfall im französischen Atomkraftwerk Cattenom sind diese Woche zehn Mitarbeiter leicht verstrahlt worden. Das nahe der Grenze zu Deutschland und Luxemburg gelegene Kraftwerk teilte am Freitag in seinem wöchentlichen Rundschreiben mit, bei den Mitarbeitern einer externen Firma, die an einer Baustelle am Reaktor Nummer Zwei arbeiteten, sei eine leicht erhöhte Belastung mit Radioaktivität gemessen worden. Diese sei jedoch »ohne Folgen« für die Gesundheit der Betroffenen. Der Reaktor Nummer Zwei ist seit Mitte April außer Betrieb.
In der Vergangenheit hatte es wiederholt Zwischenfälle in dem AKW gegeben, das wegen seiner Lage nahe der Grenze auch in Deutschland für Besorgnis sorgt. Die rheinland-pfälzische Energieministerin Eveline Lemke (Grüne) bezeichnete Cattenom bereits vergangenes Jahr als »Pannen-Akw« und erklärte, wegen der wiederholten Zwischenfälle sei es »höchste Zeit«, das Kraftwerk vom Netz zu nehmen. Bereits im Jahr 2012 hatten Luxemburg und die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland dies gefordert.
Es seien zwar über den Mund radioaktiv belastete Partikel in den Körper der Mitarbeiter gelangt, doch läge die Belastung unterhalb der zulässigen Grenzwerte, versicherte der Betreiberkonzern EDF am Freitag. Es werde nun untersucht, woher die radioaktiven Partikel stammten. Die zuständige Atomsicherheitsbehörde ASN sei informiert worden. Ein ASN-Vertreter hatte Ende April gesagt, der Schutz vor Radioaktivität sei »ein Schwachpunkt« in Cattenom. Das Kraftwerk müsse Verbesserungen vornehmen, um den Vorgaben der ASN zu entsprechen. AFP/nd
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