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Personalsuche im Pinguinhaus
Sarah Liebigt zur Personalpolitik am Flughafen Willy Brandt
Rekordhitze steht Berlin bevor, die Meteorologen kündigen üble 37 Grad an. Darauf reagiert ein jeder unterschiedlich. Kolleginnen und Kollegen begehen reihenweise Stadtflucht, was die zum Hierbleiben verdonnerten erst recht ins Schwitzen bringt, weil es immer schwerer wird, Termine zu besetzen. Aber das nur nebenbei. Zur Sache. Der Newsticker teilt schon mal vorsorglich mit, wo mensch sich in Berlin gut abkühlen kann und schreibt von Orten, die »nicht alle offen zugänglich« seien. Wahlweise im Pinguinhaus oder im Tauchbecken sollen wir uns abkühlen. Doch die Kollegen von der dpa haben einen Ort vergessen. Am südöstlichen Stadtrand steht ein riesengroßer Glaskasten leer, dessen Brandschutzanlage zwar nicht betriebsfähig, dessen Klimaanlage aber funktionstüchtig sein soll. Der Ort gehört zu denen, die nicht öffentlich zugänglich sind.
Weil ein Tag ohne BER-Meldung kein guter Tag mehr ist, sei heute das Soll mit einer Betrachtung eines neuen Piraten-Vorhabens erfüllt. Wer witterungsbedingt jetzt an Spaßbäder und Sport auf dem Schönefelder Feld denkt, sei enttäuscht. Die Berliner Piraten teilten mit, die Suche nach einem neuen Flughafen-Technikchef solle doch bitte nicht Geschäftsführer Hartmut Mehdorn überlassen werden. Vielmehr sollte sich der Aufsichtsrat darum kümmern.
Wie? Dieses Gremium, an dessen Spitze ein Bürgermeister sitzt, der seiner politischen Ämter mehr als überdrüssig zu sein scheint!? Ein Gremium, dessen Mitglieder öffentlich mit einheitlichem Schweigen beeindrucken und intern sich bestens aufs Streiten verstehen. Wenn Herr Mehdorn wieder mal um ein paar Milliönchen bat, zum Beispiel. Wenn das die naheliegendste Lösung ist, dann gute Nacht, Berlin.
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