Israelis mit Mut zum Frieden

Tausende forderten Ende des Gaza-Krieges / Nach Waffenruhe wieder Gefechte

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Berlin. Das Töten, Verletzen, Zerstören im Gaza-Streifen nimmt kein Ende. Immerhin: Als Kontrast zu den apokalyptischen Ansichten aus dem Todesstreifen am Mittelmeer kommen nicht nur Bilder von Antikriegsdemonstrationen aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland, sondern auch aus Israel selbst: Rund 7000 Menschen versammelten sich dort auf dem Rabin-Platz in Tel Aviv, um Nein zu sagen zur Eskalationspolitik ihrer Regierung. Linke Parteien und Menschenrechtsorganisationen hatten dazu aufgerufen. Die Tausenden forderten eine Absage an die Wahnidee, den israelisch-palästinensischen Konflikt militärisch lösen zu wollen.

Nach einer Feuerpause zwischen Israel und der Hamas waren die Kämpfe im Gaza-Streifen am Sonntag wieder aufgeflammt. Israelische Vorstöße, die zwölfstündige humanitäre Waffenruhe vom Samstag um 24 Stunden zu verlängern, wies der militärische Flügel der Hamas ab. Militante Palästinenser schossen am Sonntag 30 Raketen auf Israel ab, wie die Armee mitteilte. Das israelische Militär antwortete mit Gegenangriffen. Zwar kündigte Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri eine eigene 24-stündige Waffenpause ab Sonntag 13 Uhr MESZ an. Offenbar hatte der politische Flügel der Organisation das feierliche Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan im Auge - das Fest Eid al-Fitr soll an diesem Montag beginnen. Die Militanten ignorierten dies jedoch. Auch nach dem genannten Zeitpunkt flogen Geschosse nach Israel. Der israelische Premier Benjamin Netanjahu sagte dem US-Sender CNN, dass Israel weitere humanitäre Feuerpausen vorerst ablehne. »Die Hamas hat ihre eigene Waffenruhe verletzt«, fügte er hinzu. Agenturen/nd

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