Marktlogikkritik
Haidy Damm über Fairen Handel und die Kritik am Freihandelsabkommen zwischen den USA und Europa
TTIP-Gegner reden viel von den negativen Auswirkungen des Freihandelsabkommens zwischen den USA und Europa: auf Verbraucherschutz, Landwirtschaft, Arbeitnehmerrechte. Weniger häufig ist von den Folgen für Entwicklungsländer die Rede. Diese hat jetzt das deutsche Forum Fairer Handel in den Mittelpunkt seiner Kritik gestellt.
Durch den geplanten Zollabbau befürchten Verbandsvertreter einen Verdrängungswettbewerb zu Lasten von Exportländern des Südens. Baumwolle aus Westafrika zum Beispiel könnte durch US-Importe zurückgedrängt werden. Die Sorge ist berechtigt. Selbst die TTIP-Befürworter der Bertelsmann-Stiftung erwarten in Entwicklungsländern signifikante reale Einkommensverluste.
Der Faire Handel versucht ernsthaft und zum überwiegenden Teil erfolgreich, einer anderen Marktlogik zu folgen, und kritisiert die derzeitige Deregulierungs- und Marktöffnungspolitik der EU zu recht. Doch auch in den eigenen Reihen ist der Verband vor falscher Wachstumslogik nicht gefeit. Das zeigt die Handelsausweitung um den Preis der fehlenden Kontrollmöglichkeiten wie im Fall der schlecht versorgten Wanderarbeiter. Hier muss der Verband konsequenter durchgreifen, um glaubwürdig zu bleiben.
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