»Niedriglohnfalle«: Inzwischen 2,35 Millionen Minijobber
Frauen stellen mit 61 Prozent weiter Hauptanteil / Grünen-Politikerin Pothmer fordert »umfassende Reform« - DGB will Umwandlung in echte Teilzeit
Berlin. Die Zahl der Minijobber in Deutschland ist einem Medienbericht zufolge in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Wie der »Tagesspiegel« in seiner Samstagsausgabe unter Berufung auf eine Antwort der Regierung auf eine Anfrage der Grünen berichtete, ergänzten im vergangenen Jahr rund 2,35 Millionen Menschen ihren sozialversicherungspflichtigen Hauptberuf um einen Minijob. Das seien fast doppelt so viele wie vor zehn Jahren.
Dem Bericht zufolge lag die Zahl der geringfügig Beschäftigten im Dezember 2013 bei knapp 7,65 Millionen. Das seien 77.000 mehr als im Jahr zuvor. Demnach stellen Frauen mit 61 Prozent weiterhin den Hauptanteil der Minijobber.
Die Grünen-Politikerin Brigitte Pothmer warnte vor einer »Niedriglohnfalle« bei den Minijobs und forderte eine »umfassende Reform« der sozialversicherungsbefreiten Minijobs. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) forderte, geringfügig entlohnte Beschäftigungsverhältnisse in echte Teilzeit umzuwandeln. Seit 2003 nehme die Zahl der Minijobber im Nebenberuf ununterbrochen zu, sagte Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach dem »Tagesspiegel«. Für die Arbeitgeber seien sie flexible und billige Kräfte. AFP/nd
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