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Kein Frieden ohne Kiew

Klaus Joachim Herrmann über eine Lösung des ukrainischen Konfliktes

  • Klaus Joachim Herrmann
  • Lesedauer: 1 Min.

Als Beleg verfolgter Unschuld präsentierte der ukrainische Staatschef Poroschenko in München russische Pässe. Es wäre die Nachfrage wert gewesen, ob nicht auch der von Isa Munajew, des bei Debalzewo getöteten Tschetschenen-Kommandeurs auf Seiten Kiews, dabei war. Es lohnt immer zu wissen, mit wem man es zu tun hat.

Auch in Kiew. Spricht Poroschenko von Kampfpause, fordert er zugleich neue Waffen. Er ist gesprächsbereit. Doch seine Gegner sind ihm »Terroristen«, mit denen ja kein anständiger Mensch verhandelt. Er fordert ein Autonomie-Referendum, weil er wirklich dessen Resultat kennt. Im ukrainischen Westen ist die Mehrheit. Kein Wille der Ostukraine war nach dem Sieg des militanten Maidan etwas wert. Donbass-Kandidaten zur Wahl schmiss ein faschistoider Mob zur »Volksreinigung« in Mülltonnen. Renten und sonstige Sozialleistungen werden nicht mehr ausgezahlt. Es gibt überhaupt kein Geld mehr aus Kiew. Nur Krieg - nach dem einst öffentlich gewordenen Rezept Julia Timoschenkos: Bombe drauf!

Präsident Poroschenko steckt zu tief im Konflikt und paradiert allzu gern in wechselnden Uniformen als Oberkommandierender, als dass ihm Wille zum Ausgleich unbesehen untergeschoben werden könnte. Frieden aber wird es ohne Kiew ebenso wenig geben wie ohne Moskau.

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