Hoffnungsschimmer
Olaf Standke über die Flüchtlingskatastrophe in Südostasien
Am Mittwochmorgen retteten Fischer in Indonesien über 370 völlig erschöpfte und ausgemergelte Bootsflüchtlinge in der Straße von Malakka, unter ihnen viele Frauen und Kinder. Wenig später kam die Botschaft des Krisengipfels der Außenminister Malaysias, Thailands und Indonesiens, dass es nach monatelanger Odyssee auch für weitere verzweifelte Flüchtlinge Hoffnung gibt. Aber schon die Bedingungen, an die eine Aufnahme geknüpft wird, zeigen, dass es auch in diesem Teil der Welt keine wirkliche, weil nachhaltige Lösung für ein wachsendes Problem gibt.
Die Zuflucht wird nur jenen 7000 Menschen gewährt, die jetzt noch auf See sind, und sie ist lediglich vorübergehend. Zudem fehlte bei den Beratungen Myanmar, Heimat der meisten Flüchtlinge. Sie sind Angehörige der muslimischen Rohingya-Volksgruppe, die scharfer Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt ist. Dort wäre der erste Ansatzpunkt, um das Leid zu lindern. Kritiker sprechen sogar von Völkermord. Deshalb gibt es nicht nur die moralische Verpflichtung aus der UN-Flüchtlingskonvention für die Länder der Region, Menschen in Seenot zu retten und aufzunehmen. Es müssen endlich auch alle politischen und diplomatischen Mittel eingesetzt werden, um die Ursachen für die Massenflucht zu beseitigen. Und da sind auch die westlichen Staaten gefordert.
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