Drogenideologen
Markus Drescher über Prävention, Repression und Rauschmittel
Der alljährliche Drogenbericht der Bundesregierung dokumentiert vor allem eines: Hilflosigkeit, falsche Prioritäten und Ideologie. Alkohol und Tabak töten - auf nahezu gleichbleibendem Niveau - die meisten Menschen, sind legal, gesellschaftlich akzeptiert und bringen dem Staat Milliarden Steuereinnahmen. Cannabis ist nicht tödlich, gesellschaftlich weitestgehend akzeptiert, könnte dem Staat Milliarden Steuereinnahmen bringen, ist aber illegal. Crystal Meth, illegal und eine absolut zerstörende Droge, verbreitet sich immer mehr. Gesicherte Daten zum konkreten Ausmaß gibt es allerdings kaum, geschweige denn ein Konzept, wie dem wachsenden Problem zu begegnen ist. Der Schwerpunkt in der Prävention illegalisierter Drogen soll weiter auf dem Cannabiskonsum liegen.
Die Beispiele machen deutlich, dass sich die Drogenpolitik keineswegs überwiegend an der »Gefährlichkeit« eines Rauschmittels orientiert oder an Notwendigkeiten, sondern dass sie die einmal ideologisch eingeschlagenen Wege nicht mehr verlässt und in die falsche Richtung läuft. Wegen ihrer Unfähigkeit, etwa Cannabiskonsum in der Form zu akzeptieren, wie sie es mit Tabak und Alkohol tut, werden durch Repressionsmaßnahmen Ressourcen in einem Ausmaß verschwendet, dass ein flexibles Reagieren auf neue Herausforderungen fast unmöglich wird.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.