High Noon bei der EVG
Entscheidende Verhandlung bei der Deutschen Bahn
Bei der Bahn ruht der Streik, der Schienenverkehr läuft beziehungsweise läuft wieder an. Bei der Gewerkschaftskonkurrenz, der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), gingen die Verhandlungen am späten Donnerstagnachmittag in die entscheidende Runde. Auch bei der DGB-Gewerkschaft ziehen sich die Gespräche schon seit Monaten hin, zum Streik ist es hier nach nunmehr elf Verhandlungsrunden noch nicht gekommen.
Bahnvorstand Ulrich Weber hatte angekündigt, man wolle alles tun, um zu einem Ergebnis zu kommen. Auch die EVG-Verhandlungsführerin Regine Rusch-Ziemba sagte vor Journalisten, man habe die Zielsetzung, einen Abschluss zu erreichen. Gleichzeitig drohte sie Warnstreiks nach Pfingsten an, sollte es nicht dazu kommen. Die EVG hat nach eigenen Angaben bei der Deutschen Bahn rund 100 000 Mitglieder.
Wie auch bei der GDL geht es bei der EVG um ein ganzes Forderungspaket, das hier 16 Punkte umfasst. Bei einigen habe man schon Einigung erzielen können, teilte die EVG mit, bei den der Gewerkschaft ganz wichtigen aber noch nicht.
So fordert die EVG, dass sich alle mit der Bahn abgeschlossenen Tarifverträge zeitgleich ändern. Verständlich, befinden sich Zugbegleiter, Techniker, Stellwerker und andere gleichzeitig im Tarifstreit, erhöht das die Kampfkraft bei eventuellen Warnstreiks. Daran hat die Bahn verständlicherweise kein Interesse. Über die will die EVG mit gleichen Laufzeiten eine »Spaltung der Belegschaft verhindern«, so Rusch-Ziemba. Überdies bietet die Bahn 4,7 Prozent mehr Geld in zwei Schritten bei einer Laufzeit von 29 Monaten. Die EVG fordert dagegen sechs Prozent und eine kürzere Laufzeit.
Die Verhandlungen dauerten bei Redaktionsschluss dieser Seite an. Ob es neue Streiks bei der Deutschen Bahn gibt, ist unsicher, aber zumindest der Pfingsturlaub mit der Bahn dürfte sicher sein.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.