Bundeswehr erhält neues Kriegsgerät
Kosten soll acht Milliarden betragen Opposition kritisiert Anschaffung
Berlin. Die Bundeswehr soll für rund acht Milliarden Euro ein neues Luftabwehrsystem und vier Kampfschiffe erhalten. Aus dem Verteidigungsministerium hieß es am Dienstag, dies sei eine »realistische Kostenschätzung«. Rund vier Milliarden soll allein das neue Luftabwehrsystem MEADS kosten - ein Gemeinschaftsprodukt des deutsch-italienischen Konzerns MBDA und des US-Unternehmens Lockheed Martin, das ab 2025 die bisher von der Bundeswehr genutzten »Patriot«-Einheiten ablösen soll. Der Vertrag für das Luftabwehrsystem soll nach bisheriger Planung im April 2016 unterzeichnet werden. Die Beschaffung der Schiffe wird jetzt europaweit ausgeschrieben. Das erste von vier Schiffen soll voraussichtlich 2023 geliefert werden.
Die Opposition kritisierte die Anschaffungen scharf. »Statt eine kluge Sicherheitspolitik zu verfolgen«, arbeite Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) »lieber die Wunschzettel der Rüstungsindustrie ab«, kritisierte die sicherheitspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Agniezka Brugger. Diese Entscheidung »ergibt zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt keinen Sinn und sorgt nur für die Verschwendung von weiteren Steuermilliarden«, erklärte Alexander Neu von der Linksfraktion. Agenturen/nd
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