Schwieriges Rennen
Olaf Standke über die Präsidentschaftskandidatur von Jeb Bush
Auf der Liste der republikanischen Präsidentschaftskandidaten ist er bereits der Elfte, unter Demoskopen und politischen Analysten gilt Jeb Bush aber als Spitzenmann beim Rennen um das Weiße Haus. Nur hat der 62-Jährige selbst im konservativen Lager keinen Freifahrtsschein, trotz oder gerade wegen seines berühmten Clans. In gewisser Weise steht der dritte Bush, der ins höchste Amt der Vereinigten Staaten strebt, vor der Quadratur des Kreises.
Um sich bei den Republikanern durchzusetzen, muss er sich fundamentalistischer geben, als er im Grunde ist. Schon seine moderate Haltung in Sachen Einwanderungsreform macht ihn in den Augen der Rechtsaußen von der Tea-Party-Bewegung verdächtig. Und sie haben inzwischen einen großen Einfluss in der Grand Old Party. Um aber ins Weiße Haus einzuziehen, muss Bush den Zuspruch noch ausweiten, den er als Gouverneur in Florida bei den Latino-Wählern fand, der am stärksten wachsenden Wählergruppe im Lande. Und überhaupt die meist liberalere Mitte der noch Unentschlossenen für sich gewinnen, egal, ob er am Ende nun gegen Hillary Clinton oder einen anderen demokratischen Kandidaten antreten würde. Da ist sein Name, der auch für den ungeliebten Irak-Krieg seines Bruders steht, nicht unbedingt hilfreich. Deshalb fehlt er auch auf dem Wahlkampflogo. Doch damit ist das Problem längst nicht aus der Welt.
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