Flagge wird eingeholt
Klares Votum des Parlaments von South Carolina
Washington. Der US-Bundesstaat South Carolina entfernt die umstrittene Konföderiertenflagge vom Gelände des Kapitols in der Hauptstadt Columbia. Drei Wochen nach dem Mord an neun afroamerikanischen Kirchenmitgliedern hat das Repräsentantenhaus in der Nacht zum Donnerstag (Ortszeit) dafür gestimmt, die als rassistisch kritisierte Fahne einzuholen.
Laut der örtlichen Zeitung »Post and Courier« votierten bei der entscheidenden Abstimmung nach mehr als zehnstündiger Debatte 94 Repräsentanten gegen die Fahne. Nur 20 Parlamentarier sprachen sich dafür aus, sie nicht einzuholen. Die historische Flagge gilt als Symbol des »alten Südens«. Im Bürgerkrieg 1861 bis 1865 kämpften die Konföderierten unter ihr für Erhalt der Sklaverei.
Der weiße Attentäter in der »Emanuel African Methodist Episcopal«-Kirche in Charleston in South Carolina hatte sich mit Südstaatenflagge im Internet präsentiert. Unmittelbar nach der Bluttat am 17. Juni hatte Gouverneurin Nikki Haley gefordert, man solle die Flagge abhängen. Haley begrüßte die Abstimmung. In South Carolina sei ein neuer Tag angebrochen, schrieb Haley auf Facebook. Die Abstimmung bringe ganz South Carolina zusammen.
Schon lange protestieren afroamerikanische Aktivisten gegen die Flagge. Ihre Befürworter vertreten die Ansicht, die Fahne symbolisiere Tapferkeit und Eigenständigkeit gegen die Regierung in Washington. Der Senat von South Carolina stimmte bereits am Montag für das Einholen der Flagge. epd/nd Kommentar Seite 4
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