Freihandel läuft nicht
Transpazifische Partnerschaft (TPP) vorerst gescheitert
Berlin. Aloha ist ein vielseitiges Wort. Im Hawaiianischen kann es »Hallo«, »Willkommen«, »Tschüss«, »Auf Wiedersehen« und vieles mehr bedeuten. Vor allem gab es dem 50. Bundesstaat der USA seinen viel versprechenden Beinamen »Aloha State«. Denn 3682 Kilometer südwestlich der USA gelegen ist Hawaii für viele der Inbegriff von Südseeparadies. Sandstrände und das tropische Klima locken jährlich Millionen von Touristen auf die entlegene Inselkette. Allein die zweitgrößte Insel, Maui, hat jährlich zwei Millionen Besucher.
Doch der US-Handelsbeauftragte Michael Froman und elf seiner pazifischen Kollegen werden ihren letzten Aufenthalt auf Maui wohl kaum genossen haben. Es gebe nach tagelangen Gesprächen noch immer »offene Fragen« zum Pazifik-Freihandelsabkommen, musste Froman am Wochenende in Lahaina auf der Südeseeinsel erklären.
Lahaina heißt übrigens auf Hawaiianisch »Gnadenlose Sonne«. Gnadenlos zerstritten waren wohl die zwölf Chefunterhändler in der letzten Verhandlungsrunde. Sie konnten sich nicht auf ein Abschlussdokument einigen, mit dem die Transpazifischen Partnerschaft (TPP) besiegelt worden wäre, die neben den USA Australien, Brunei, Kanada, Chile, Japan, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur und Vietnam anstreben.
Für US-Präsident Barack Obama ist dies eine Schlappe. Schließlich wollte er die USA damit wirtschaftlich mehr gen Asien wenden - quasi als zweites Standbein neben den Verbindungen zum schwächelnden Europa. Doch auch der nordamerikanische Protektionismus hinderte ihn daran. Als gescheitert will man die multilateralen Verhandlungen noch nicht erklären. Nun gelte es aber vorerst, die Verhandlungen auf bilateraler Ebene fortzusetzen, so Froman. Also unter vier Augen. Insofern Aloha, TPP - auf Wiedersehen, TPP! spo Seite 2
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