Neue Wolfsrudel entdeckt
Minister lehnt Aufnahme der Tiere ins Jagdrecht ab
Schwerin. Die Wölfe in Mecklenburg-Vorpommern haben mehr Nachwuchs als bisher angenommen. Wie das Umweltministerium in Schwerin am Donnerstag mitteilte, wurden zwei weitere Wolfswelpen in der Lübtheener Heide in Südwestmecklenburg entdeckt. Damit habe das Rudel sechs Junge, das in der Ueckermünder Heide (Vorpommern-Greifswald) fünf. Die zwei bislang unbekannten Welpen seien bei der Auswertung von weiterem Bildmaterial nachgewiesen worden, hieß es. Die Jungtiere waren von Wildkameras der Umweltorganisation WWF aufgenommen worden.
Auch in Sachsen-Anhalt sind mit Hilfe eines Tierfotografen zwei bisher nicht bekannte Wolfsrudel in Sachsen-Anhalt nun sicher belegt. Es handele sich dabei um Tiere im Hohen Fläming sowie bei Coswig, teilte das Landesamt für Umweltschutz in Halle am Donnerstag mit. Somit lebten derzeit acht Wolfsrudel im Land. Sechs davon brachten in diesem Jahr Welpen zur Welt. Ob die beiden übrigen Wolfsrudel auch Nachwuchs hatten, konnte bislang nicht nachgewiesen werden.
In der wiederentfachten Diskussion über die Rückkehr der Wölfe lehnt Mecklenburg-Vorpommerns Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) die Aufnahme des Raubtiers ins Jagdrecht ab. »Was bringt es den Jägern außer zusätzlicher Arbeit, wenn der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen werden würde, aber ganzjährig geschont werden müsste«, sagte Backhaus zu einer Forderung der CDU-Fraktion im Landtag. Der Wolf sei international streng geschützt. »Das heißt, nur auf internationaler Ebene kann sich der rechtliche Schutzstatus ändern«, stellte der Minister klar.
Die Rückkehr der Wölfe wird in der kommenden Woche auch ein Thema der kurzen Sommertour von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und ihrem Amtskollegen Backhaus durch Mecklenburg-Vorpommern sein. dpa/nd
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