Denkhilfe durch Vertriebene

René Heilig über eine künftige Rolle Deutschlands wider den IS

  • René Heilig
  • Lesedauer: 2 Min.

Es wird viel geredet über Schwierigkeiten, die zu uns kommende Kriegsflüchtlinge mitbringen. Nun zwingen die Vertriebenen auch noch die Bundesregierung, über die aktive Bekämpfung aktueller Fluchtursachen in Syrien und Irak nachzudenken. Was - das sei betont - schwierig ist.

Analysiert man die Wochen-end-Wortmeldungen von Steinmeier, von der Leyen und de Maizière, so wird deutlich, dass Berlin noch weit entfernt ist von einem abgestimmtem Vorgehen - mit dem man notwendigerweise auch in der EU und in Washington ideenverstärkenden Eindruck hinterlassen könnte. Sicher ist, dass der Westen mit der bestehenden militärischen Koalition nicht zum Frieden kommt. Jedenfalls nicht ohne eine politische Koalition, die Lösungen über das Bombenwerfen hinaus bietet. Allen ist klar: Zuerst muss der halsabschneidende IS gestoppt werden. Das geht nicht ohne Iran, nicht ohne Saudi-Arabien, nicht ohne die USA und Russland. Die mögen einander alle nicht - sie dürfen dennoch nicht einfach auf ein Ausbluten der Kriege hoffen.

Wie aber bezieht man Russland ein in die Konfliktlösung, wenn man doch als NATO-Mitglied selbst mit Moskau im Konflikt lebt? Erst einmal durch Zuhören. Putin hat doch zu verstehen gegeben, dass er den Mörder Assad für derzeit unersetzbar, doch nicht für die einzige Zukunftsoption hält.

Deutschland hat in der Iran-, Atom- wie in der Ukraine-Frage gezeigt, dass es die Moderatorenrolle nicht schlecht spielen kann. Solch Können verpflichtet.

- Anzeige -

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.