Paramilitärs vertreiben Indigene
Repression auf Mindanao
Auf der südphilippinischen Insel Mindanao bedienen sich Militärangehörige nach Ansicht von Indigenen- und Menschenrechtsorganisationen paramilitärischer Verbände, um den Widerstand indigener Gemeinschaften gegen Bergbau- und andere Wirtschaftsaktivitäten auf ihren Territorien zu brechen.
In den Provinzen Bukidnon und Davao del Norte treibt seit letztem Jahr die paramilitärische »Alamar« ihr Unwesen. Ihre Angriffe richten sich vor allem gegen indigene Dorfschulen, die von religiösen Gruppen und Nichtregierungsorganisationen geführt werden, weil diese die Schüler mit der kommunistischen Ideologie indoktrinierten.
Auch diese Miliz arbeitet offensichtlich mit der Armee zusammen. Die Angriffe führten zur Schließung etlicher Schulen und zur Vertreibung hunderter Menschen. Die in Manila ansässige Bildungsorganisation »Save Our Schools Network« spricht von 52 Übergriffen im Zeitraum 2014 bis Mitte 2015 in Mindanao. In der Mehrzahl richteten sich die Übergriffe gegen indigene Schulen in abgelegenen Gebieten, in denen die NPA präsent ist.
Die philippinischen Streitkräfte bestreiten derweil jede direkte oder indirekte Mitwirkung an den paramilitärischen Übergriffen und ließen sich dies auf einer Pressekonferenz in Manila im September von drei Indigenen bestätigen. Doch andere Indigene und auch der Gouverneur von Surigao del Sur identifizierten später zwei der drei Redner als Magahat- und Alamara-Führer.
Vermutet wird, dass die Paramilitärs, die selbst Ureinwohner sind und somit ihre Zielpersonen kennen, instrumentalisiert werden, um Bergbau- und anderen Unternehmen den Zugang zu den ressourcenreichen indigenen Territorien gewaltsam zu erschließen.
Für diese Theorie spricht unter anderem der Mord an dem Manobo-Chief und Vorsitzenden der Indigenen-Organisation MAPASU, die sich gegen Menschenrechtsverbrechen, Bergbauaktivitäten und Landraub zur Wehr setzt. Zusammen mit einem weiteren Manobo-Führer aus Surigao del Sur war er vor den Augen von Gemeindemitgliedern von mutmaßlichen Paramilitärs erschossen worden.
Die Region Caraga, in der sich Surigao del Sur befindet, wurde von der Regierung zur »Hauptstadt des philippinischen Bergbaus« erklärt. IPS/nd
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.