Zukunftspflege
Jörg Meyer über den Tarifvertrag der Diakonie Niedersachsen
In zwei Wochen tagt der Tarifausschuss des Landes Niedersachsen. Im Landesarbeitsministerium kommen Vertreter der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, der Wohlfahrtsverbände und des Ministeriums zusammen, um den Ausbildungstarifvertrag für die Altenpflege für allgemeinverbindlich zu erklären. Was zunächst nach einem kleinen Schritt klingt, ist aber ein weiterer in Richtung eines Flächentarifvertrages.
Zum einen zeichnet sich die Arbeit in der Altenpflege zu oft aus durch harte körperliche Arbeit unter schlechten Bedingungen für wenig Geld. Die Branche hat Nachwuchssorgen, und trotzdem wird der Konkurrenzkampf zwischen den Trägern auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen. Darunter leiden auch diejenigen, die gepflegt werden sollen. Zum anderen hat ver.di diesen Tarifvertrag unter anderem mit der niedersächsischen Diakonie abgeschlossen, einer kirchlichen Arbeitgeberin. Den Kampf um die gewerkschaftliche Vertretung und das Streikrecht in den Wirtschaftsunternehmen von katholischer und evangelischer Kirche führt ver.di schon lange, in Niedersachsen erfolgreicher als anderswo. Für die Beschäftigten in der Altenpflege wird derzeit verhandelt. Der Ausbildungstarifvertrag ist von daher ein wichtiger Schritt, um den Bedingungen beizukommen. Fazit: ein dickes Brett, sichtbar angebohrt.
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