Autonome bekennen sich zu Bundeswehr-Brandanschlag

Fünf Militär-Lkw waren Dienstagnacht in Leipzig in Flammen aufgegangen / Schreiben auf Onlineplattform »linksunten.indymedia.org« veröffentlicht / Polizei geht nun von »extremistisch motivierter Straftat« aus

  • Lesedauer: 2 Min.
In der Nacht zum Dienstag standen nahe der Autobahn A14 acht Lkw in Flammen, darunter fünf Bundeswehr-Fahrzeuge. Nach der Veröffentlichung eines ominösen Bekennerschreibens ermittelt nun das »Operative Abwehrzentrum«.

Leipzig. Eine autonome Gruppe hat sich offenbar im Internet zu dem Brandanschlag auf fünf Fahrschul-Lastwagen und einen Anhänger der Bundeswehr in Leipzig bekannt. »Was hier kaputt gemacht wird, kann woanders keine Menschenleben zerstören«, heißt es in dem Schreiben, das auf der Plattform »linksunten.indymedia.org« veröffentlicht wurde. Wie ein Polizeisprecher am Mittwoch sagte, hat nun das sächische »Operative Abwehrzentrum« die Ermittlungen übernommen. Es ist zuständig bei sogenannten »extremistisch motivierten Straftaten«.

Insgesamt standen in der Nacht zum Dienstag auf dem Gelände einer Werkstatt nahe der Autobahn 14 acht Lkw in Flammen, darunter die fünf Bundeswehr-Fahrzeuge. Die Schadenshöhe liegt im sechsstelligen Bereich. Wie sich die Brandstifter Zugang zu dem umzäunten Gelände des Güterverkehrszentrums (GVZ) verschaffen konnten, ist noch nicht bekannt. Hält sich die Polizei ansonsten gerne mit despektierlichen und vorverurteilenden Äußerungen zurück, glänzt sie bei als »linksextrem« deklarierten Taten gerne mit markigen Sprüchen – und prognostizierten exakt, was nun geschehen ist: »Die schlafen erstmal aus und stellen ihre Taten dann irgendwo ins Internet«, zitierte der Tagesspiegel bereits am Dienstag einen Polizeisprecher.

Erstaunlich ist, dass die Polizei bereits von einer »extremistischen Straftat« ausgeht. Handelt es sich bei »linksunten.indymedia.org« doch nicht etwa um die offizielle Website einer bestimmten linken Organisation, sondern um eine freie Aktivistenplattform, auf der Beiträge verhältnismäßig unkontrolliert online gehen können.

Die Polizei verwies indes auf Parallelen zu zwei früheren Brandanschlägen auf Autos des Ordnungs- sowie des Hauptzollamtes. Auch in diesen zwei Fällen hatten sich damals auf ähnlichem Wege angeblich Linksautonome auf der Internetseite zu den Bränden bekannt. Agenturen/nd

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