Entwicklung im Abwasserstreit

  • Lesedauer: 2 Min.
Um die Kosten für Abwasseranschlüsse oftmals noch aus den 1990er Jahren streitet sich die Politik bereits seit vielen Jahren. Zuletzt hatte sich die Debatte zugespitzt.

Eine Übersicht der aktuellen Entwicklung:

31. Dezember 2015

Eine Frist für die Zweckverbände der Kommunen, Bescheide über die Kosten zu verschicken, läuft aus. Das führt aber dazu, dass kurz vor dem Stichtag noch Tausende Bescheide verschickt werden. Betroffen sind oft die 1990er Jahre, als viel zu große Abwasserkanäle und Kläranlagen gebaut worden waren.

25. Januar 2016

Das Magdeburger Innenministerium fordert die Abwasserverbände in einem Erlass auf, auf die Eintreibung alter Gebühren vorläufig zu verzichten. Es sei abzuwarten, bis rechtliche Fragen geklärt seien.

17. Februar 2016

Das Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalt (Az. 4 L 119/15) stärkt in einem Beschluss den Zweckverbänden den Rücken. Die Erhebung der Beiträge sei rechtmäßig. Das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu einem Fall im Land Brandenburg gebe keinen Anlass, von der hiesigen Rechtsprechung abzuweichen.

1. März 2016

Die Linksfraktion im Magdeburger Landtag kündigt den Gang vor das Landesverfassungsgericht an. Man habe eine Normenkontrollklage eingereicht, wonach die Ansprüche bis Ende 2015 nicht verjährten.

31. Mai 2016

Der Landtag Sachsen-Anhalts berät einen Gesetzesentwurf der Koalition, wonach die Verbände auf die Eintreibung der Gelder vorerst verzichten können. Die Linke hat zudem einen eigenen Antrag eingereicht, um die Verbände zu zwingen, auf das Geld zunächst zu verzichten, bis das Landesverfassungsgericht entschieden hat. Weil es ein Kommunalthema ist, geht dieser Antrag der Koalition zu weit. dpa/nd

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.